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Der Regionalpark RheinMain wurde vor über 10 Jahren konzipiert um verbliebene Freiflächen zwischen den Siedlungen im Verdichtungsraum RheinMain zu sichern und für die Erholung suchenden Menschen der Region zu erschließen.
Die Grundidee damals war, dass es einer regionalen Anstrengung wert sei, die Landschaft des Ballungsraumes als Erholungs- und Erlebnisraum aufzuwerten. Dass es sich lohnt, seine Schönheiten - allen Tendenzen der Zersiedlungen, der Zerschneidung durch Autobahnen, der Verlärmung durch Verkehr zum Trotz - bewusst und erlebbar zu machen. Der Regionalpark war und ist darüber hinaus gedacht als ein Projekt, das geeignet sein könnte, das Image der Region, das durch Dynamik, durch Wirtschaft, Geld und Stichworte wie "Verkehrsdrehscheibe, Autobahnkreuz und Flughafen" geprägt ist, um wichtige Facetten zu ergänzen: um die Facetten der weichen Qualitäten - nämlich der landschaftlichen Schönheit, der Heiterkeit der Landschaft, der Erlebnisqualität der Landschaft für die Erholung suchenden Rhein-Main-Bürger und Bürgerinnen.
Die Idee
Von außen gesehen wird das Bild der Region duch die Faktoren ihres wirtschaftlichen Erfolges, Banken, Flughafen, Messe, bestimmt. Die intakte Landschaft, die kulturellen Angebote, die Freizeit- und Erlebnismöglichkeiten treten dahinter zurück.
Viele neu hinzugezogene Bürger lernen aber nach einiger Zeit die Region, die schöne Landschaft mit landwirtschaftlichen Flächen, Naturschutzgebieten und Bachauen, die Vielfalt der großen und kleinen Orte, das reiche kulturelle Umfeld und die Offenheit der Menschen kennen und schätzen. Der Regionalpark will diese Qualitäten entwickeln, damit das Bild der Region auch stärker davon mitgeprägt wird.
Das Konzept des Regionalparks sichert die zwischen den Siedlungen noch vorhandenen Freiflächen, indem Schritt für Schritt ein Netz aus landschaftlich reizvollen Wegen und Anlagen aufgebaut und zu einem attraktiven Gesamtbild zusammengeführt wird. Dabei wird die notwendige wirtschaftliche Entwicklung mit dem nachhaltigen Schutz der Umwelt und der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Einklang gebracht.
Freizeit
Der Regionalpark RheinMain will den Menschen in der Region ein Erholungsangebot vor ihrer Haustüre bieten, das sie ohne großen Aufwand zu Fuß oder mit dem Fahrrad nutzen können. Niemand muss in entfernte Gegenden ausweichen: Landschaft ist auch im Rhein-Main-Gebiet attraktiv und einen Ausflug wert. Deshalb bietet der Regionalpark sowohl Angebote für die Familie als auch für den Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer. Über zahlreiche Wegeverbindungen werden Attraktions- und Aussichtspunkte miteinander vernetzt, Orte der Ruhe einerseits und Möglichkeiten der aktiven Betätigung andererseits erschlossen, genauso wie Spielmöglichkeiten für Kinder oder Freizeitangebote für Familien im Regionalpark integriert sind.
Konzeption
Der Regionalpark Rhein-Main ist konzipiert als ein Netz von parkartig gestalteten Wegen und Anlagen, den Regionalparkrouten. Sie durchziehen die regionalen Grünzüge und verbinden sie miteinander. Das ca. 450 km lange Wegenetz soll sich einmal von den Naturparks bis zum Hessischen Ried, vom Rheingau bis zur Wetterau und ins Kinzigtal erstrecken. Als Kernstück umfasst der Regionalpark auch den GrünGürtel Frankfurt und den Grünring vom Main zum Main in Offenbach. Die Stadt Mainz und die Rheinhessischen Kommunen bis Bingen haben ihr Interesse an einer Beteiligung bekundet.
Die planerische Ausweisung der Regionalparkrouten ist der erste Schritt. Nach und nach werden dann die Routen ausgebaut. Im Idealfall bedeutet dies, dass beidseitig der in der Regel vorhanden Feldwege Wiesenstreifen angelegt, Baum- und Buschgruppen oder Alleen gepflanzt werden. Im Abstand von einigen hundert Metern entstehen kleiner oder größere Anlagen: das Spektrum reicht von intensiv gestalteten Gärten bis zu naturnahmen Arealen und Naturschutzgebieten. Der Weg führt auf Stegen durch naturnahe Feuchtgebiete oder ökologisch sensible Standorte oder durch Streuobstwiesen. Haine, historisch bedeutsame Orte und Kunstwerke laden zum Rasten ein. Aussichtstürme oder „Landmarken“ liefern besondere Perspektiven. In jedem Fall werden die jeweils örtlichen Besonderheiten und die Geschichte der Landschaft aufgenommen.
Ein großer zusammenhängender Abschnitt von ca. 27 km Länge ist im Bereich der Städte Hattersheim, Flörsheim und Hochheim – im so genannten Pilotgebiet – entstanden. Weitere zusammenhängende Abschnitte sind auch auf der Südseite des Mains zwischen Kelsterbach, Raunheim, Rüsselsheim und Nauheim und weiter bis zur Mainmündung in den Kommunen Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg sowie mit dem Regionalparkabschnitt "Hohe Straße" im Osten Frankfurts entstanden. Aber auch in vielen anderen Kommunen im Umfeld der Stadt Frankfurt wie auch in Frankfurt selbst sind an vielen Stellen kleinere und größere Regionalparkprojekte realisiert worden.
Vorteile des Projektes
Der Regionalpark RheinMain erhöht die Attraktivität der Region. Er eröffnet den Bewohnern und den Besuchern der Region neue Freizeit-, Erholungs- und Erlebnismöglichkeiten. Im Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte profitieren auch die Unternehmen der Region davon.
Die Regionalpark-Routen bündeln den Freizeitverkehr. Sie entlasten so landwirtschaftliche Flächen und sensible Teile der Landschaft. Viele der Regionalparkmaßnahmen, wie die Anlage von Wiesenstreifen, Hecken, Alleen, Streuobstwiesen, Feuchtgebieten bewirken eine ökologische Aufwertung der Landschaft. Die netzförmige Struktur des Regionalparks wird mit dem landschaftsplanerischen Biotopverbundsystem verknüpft und für naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen genutzt.
Der Regionalpark RheinMain ersetzt nicht die landwirtschaftliche Bodennutzung. Die Wiesen an den Regionalparkrouten sind als Grünland zu nutzen. Jenseits der Routen ist die landwirtschaftliche und insbesondere auch ackerbauliche Nutzung der Freiflächen gerade auch im Verdichtungsgebiet als Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft unverzichtbar. Den Landwirten bietet der Regionalpark Verdienstmöglichkeiten in der Landschaftspflege. In der Kombination von Direktvermarktung, Freizeitangeboten und Regionalpark bieten sich der Landwirtschaft Chancen für neue Geschäftsfelder.
Finanzierung
Die Konzeption des Regionalparks Rhein-Main wurde seit 1994 vom früheren Umlandverband Frankfurt und heutigen Planungsverband Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main entwickelt. Er hat elf Jahre lang auch die schrittweise Umsetzung der Idee zusammen mit einer Vielzahl von Kommunen des Rhein-Main Gebietes betrieben. Zu diesem Zweck wurden jeweils mit mehreren Kommunen Durchführungsgesellschaften gegründet oder Vereinbarungen mit einzelnen Gemeinden zur Umsetzung des Projektes abgeschlossen. Im Jahr 2005 hat die Regionalpark-Dachgesellschaft – die Regionalpark Ballungsraum RheinMain gemeinnützige GmbH – diese Rolle des Planungsverbandes übernommen.
Der Regionalpark Franfurt RheinMain wird anteilig aus Fördermitteln der Regionalpark-Dachgesellschaft bzw. den jährlichen Beiträgen ihrer 13 Gesellschafter finanziert. Ein weiterer Anteil kommt jeweils projektbezogen von den Kommunen oder den Durchführungsgesellschaften in deren Gebiet ein Regionalparkprojekt realisiert wird. Außerdem fördert neben dem Land Hessen vor allem die Fraport AG den Regionalpark RheinMain in großzügiger Weise. Hinzukommen von Fall zu Fall weitere Sponsoren, in den Jahren 2003 - 2006 die Förderung einer Reihe von Projekten durch die Europäische Union und schließlich die Realisierung über naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen.
Der Regionalpark ist ein langfristiges Vorhaben. Im Rahmen des übergreifenden Routenkonzeptes kann es in vielen Teilprojekten, an vielen Orten und vielen Schritten realisiert werden. Die Knappheit der öffentlichen Haushalte führt dazu, dass die Umsetzung langsamer und sparsamer stattfindet als in den vergangen Jahren – aber an der Grundidee wird festgehalten.
Die Beteiligung von Sponsoren ist ein Zeichen der Verbundenheit von Wirtschaftsunternehmen mit ihrer Region. Besonders hat sich in diesem Sinne die Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide engagiert.
Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide
Die Förderung des Regionalpark-Projektes ist bei der „Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide“ eingebettet in ein langjähriges Engagement für den Umweltschutz, das der Erkenntnis Rechnung trägt, dass ein Großbetrieb wie der Frankfurter Flughafen immer auch eine Beeinträchtigung des natürlichen Lebensraumes darstellt. Das Bemühen der „Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide“ geht deshalb dahin, die Belastung für Mensch und Natur - ohne Preisgabe der Unternehmensziele - möglichst gering zu halten und Potentiale einer Verbesserung auszuschöpfen. Zu diesem Zweck wurde ein Umweltfonds eingerichtet, der seit 1997 über 16 Mio. Euro ausgeschüttet hat, mit dem über 250 Projekte gefördert wurden. Hierbei kam dem Regionalpark Rhein-Main ein großer Anteil (etwa die Hälfte) zu, weil dieses Projekt in seiner Zielsetzung die verbliebenen Grünzüge in unserem dichten Siedlungsraum vernetzt und in beispielhafter Weise den Schutz von Natur und Umwelt mit der Steigerung des Freizeit- und Erholungsangebotes für die Bürger der Region verbindet. Die Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden in der Nachbarschaft des Flughafens ist ein zusätzlicher, sehr erwünschter Effekt bei der Realisierung des Projektes.
Quelle und offizielle Homepage des Regionalparks: www.regionalpark-rheinmain.de |