Klinik-Neubau soll im Juli 2009 bezugsfertig sein Den Grundstein für das neue Zentralgebäude des Offenbacher Klinikums haben am Dienstag Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider, Stadtkämmerer Michael Beseler und der Geschäftsführer des Klinikums, Hans-Ulrich Schmidt, gelegt. Im übertragenen Sinne ist dies auch der Grundstein für die Zukunft der medizinischen Maximalversorgung für Patienten aus Offenbach und Umgebung. Der rund 142 Millionen teure Neubau sei ohne Alternative, wenn es um den Erhalt des Gesundheitsstandorts gehe, erklärte Schmidt vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen.
Der Neubau soll den wirtschaftlichen Betrieb des Offenbacher Klinikums sichern. Das bedeutet, dass die räumliche Aufteilung den veränderten Betriebsabläufen angepasst werden soll. Das derzeitige Zentralgebäude – zur Zeit seiner Erbauung 1974 eines der modernsten in Deutschland – entspricht laut Schmidt nicht mehr den Anforderungen und verursacht unnötig hohe Personal- und Sachkosten. „Kein Wunder, denn das Stadtkrankenhaus war für die Behandlung von 17.000 Patienten geplant, heute behandeln wir jährlich mehr als 32.000.“
Schon im Juli 2009 soll das neue Klinikum bezugsfertig sein. Im Unterschied zum 17-stöckigen Zentralbau von 1974 wird der von Wörner und Partner (Frankfurt am Main) geplante Neubau sieben Geschosse umfassen und auch städtebaulich eine sichtbare Verbesserung darstellen. Auf einer Grundfläche von 68 mal 137 Meter sollen knapp 29.000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. „mehr als zehn Fußballfelder“, wie Dr. Matthias Jacob von der Geschäftsleitung der Firma Bilfinger Berger AG veranschaulichte, die bis Sommer 2008 den Rohbau errichtet. Im Erdgeschoss sollen künftig neben der Eingangshalle die Zentrale Notaufnahme, die Kindernotaufnahme und die Röntgenabteilung untergebracht sein. Funktionsdiagnostik und Mutter-Kind-Zentrum inklusive Kreißsaal befinden sich künftig im ersten Stock. Acht OP-Säle, das Zentrum für Schwerbrandverletzte und die Intensivmedizin werden im 2. Stock sitzen. Die Etagen drei bis sechs werden künftig 13 Bettenstationen mit insgesamt 700 Betten in Ein-, Zwei- und Vierbettzimmern umfassen. 92 Millionen Euro wird die stadteigene Klinikum Offenbach GmbH selbst finanzieren – eine gewagte, aber aus Sicht von Oberbürgermeister Schneider gute und zukunftsweisende Entscheidung. Denn mit seinem Campus soll das neue Klinikum „Andockpunkt“ für privatwirtschaftliche Gesundheitseinrichtungen werden. Offenbach brauche den Anschluss an den prosperierenden Dienstleistungssektor, so Schneider. Die Großinvestition verdeutliche: „Offenbach glaubt an seine Zukunft“. Dass auch das Land Hessen an den Klinikstandort Offenbach glaubt, beweist die finanzielle Unterstützung in Höhe von 50 Millionen Euro. Dafür könne das Land ein Modellprojekt vorweisen, sagte Stefan Traxler vom Architekturbüro Wörner und Partner. Gut sei das Projekt auch für die Stimmung in Offenbach, denn es signalisiere Aufbruch, Innovation und Mut zum Handeln. Die Patienten erhielten eine Klinik, in der moderne Hochleistungsmedizin in Räumlichkeiten angeboten werde, die auf solche Prozesse ausgelegt seien. Großer Respekt gebühre der Klinik, dass sie diese Prozesse unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten neu geordnet habe, führte Traxler aus.
Eine Folge der Neustrukturierungen und des intensiven Bemühens um Synergieeffekte sind die zahlreichen Kooperationen zu Kliniken in der Rhein-Main-Region, die das Offenbacher Klinikum inzwischen unterhält, vor allem mit den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden. Quelle: offenbach.de |