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Gewalttätiger Straßenmusiker muss für dreieinhalb Jahre hinter Gitter PDF Print E-mail
Written by Doreen Keck   
Thursday, 28 February 2008
39-Jähriger stach mit Messer auf Hundehalter ein und verpasste Supermarktleiter ein blaues Auge

Offenbach.
Ein Offenbacher Straßenmusikant, der zu Gewalttätigkeiten neigt, muss nun im Gefängnis mit seinen Aggressionen zurecht kommen. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck verurteilte den mehrfach vorbestraften 39-Jährigen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Angeklagt war der Hartz IV-Empfänger, der sich als Straßenmusiker etwas dazu verdient, weil er im April 2007 sechs Mal mit einem Klappmesser auf einen 42-Jährigen eingestochen hatte, der nicht damit einverstanden war, dass sein Hund gestreichelt wird. Zum Glück hatte der Angeklagte das Klappmesser nicht richtig ausgeklappt. Das lag vermutlich an den großen Mengen Apfelweins und -korns, die er zuvor konsumiert hatte. Der Alkoholgehalt im Blut betrug rund 2,7 Promille. Der Attackierte erlitt keine lebensbedrohlichen Verletzungen und verließ noch in der selben Nacht das Krankenhaus. Zur Gerichtsverhandlung war der als Zeuge Geladene nicht erschienen. Zwei Monate nach dem blutigen Kneipenstreit mit dem Hundehalter geriet der Straßenmusiker zudem im Juni 2007 mit dem Filialleiter eines Supermarktes in der Offenbacher Innenstadt aneinander. Der sprach ein Hausverbot aus und bekam dafür ein blaues Auge.


Bei der Gerichtsverhandlung stellte sich heraus, dass der Angeklagte aus bürgerlichen Verhältnissen stammt und im Ruhrgebiet aufwuchs. Wie seine sechs Geschwister absolvierte er die Schule zunächst ohne Probleme. Als sich jedoch die Abiturprüfungen näherten, war er dem Stress nicht mehr gewachsen. Möglicherweise hatte die verwöhnende Erziehung, die seine Eltern dem jüngsten Sohn zukommen ließen, Anteil an den Problemen, vermutet Richter Beck. Mit 15 Jahren hatte er angefangen, Haschisch zu rauchen. Später konsumierte er auch harte Drogen. Er nahm am Unterricht nicht mehr teil und verließ die Schule mit Fachabitur. In den folgenden Jahren lebte er nur noch für die inzwischen ausgeprägte Heroinsucht. Auch LSD und Kokain nahm er ein, wenn er es bekommen konnte. Straftat reihte sich an Straftat, denn ständig benötigte der Angeklagte Geld für Drogen.

Schließlich musste er für mehrere Jahre ins Gefängnis, wo er sich zu einem Heroin-Entzug entschloss. Er benötigte noch einige Jahre Methadon. Seit 2000 lebt er weitgehend frei von harten Drogen. Einen Neuanfang wollte er in Offenbach probieren. Richter Beck führt es auf den langen Drogenkonsum zurück, dass die Toleranzschwelle des Mannes bei Frustrationen mittlerweile sehr gering ist. Mehrfach wurde er bereits wegen Körperverletzungen verurteilt.

Nach einem Nachmittag mit Freunden und viel Alkohol im April 2007 beging er die bislang schwerste Gewalttat gegen den Hundehalter.

 

Quelle: Offenbach-Post.de 

 
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