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Höhere Gebühren und mehr Vielfalt im Friedhofswesen |
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Written by Doreen Keck
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Thursday, 11 October 2007 |
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Die Stadt Offenbach plant Veränderungen im Bestattungswesen. Eine Erhöhung der Gebühren ist zum 1. Januar 2008 geplant. Das hat der Magistrat beschlossen und wird die Zustimmung der Stadtverordneten beantragen. Gleichzeitig führt die ESO – Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft, die das Friedhofswesen in Offenbach betreibt, neue Bestattungsformen ein und reagiert damit auf die Anregungen von Pietäten.
Dass eine Gebührenerhöhung unvermeidlich ist, betont der zuständige Dezernent, Stadtrat Paul-Gerhard Weiß. Die Stadt sei dringend gehalten, ihre Gebühren für Bestattungen kostendeckend zu gestalten. Das Defizit im vergangenen Jahr betrug nach ESO-Angaben indes 750.000 Euro.
350.000 Euro Mehreinnahmen sollen ab 2008 durch die Gebührenerhöhung erzielt werden. Weitere 250.000 Euro zahlt die Stadt aus dem städtischen Haushalt. Sie leistet damit einen Zuschuss zu den Kosten der Grünpflege. Hintergrund ist, dass insbesondere der Alte Friedhof den Charakter eines Parks hat, dessen Pflege sehr aufwändig ist. Die Unterhaltung von Parks ist Sache der Stadt.
Das restliche Defizit will die ESO GmbH aus eigener Kraft ausgleichen. Sie hofft unter anderem das Krematorium weiter gewinnbringend betreiben zu können.
Die Erhöhungen im Einzelnen:
Ein Urnen-Wahlgrab für die Dauer von 30 Jahren (einschließlich Bestattung) kostet statt bisher 1.433 Euro künftig 1.680 Euro (plus 17 Prozent).
Ein Erdgrab für die Dauer von 30 Jahren (einschließlich Bestattung) kostet statt bisher 2.905 Euro künftig 3.344 Euro (plus 15 Prozent).
Die Kosten für ein Erd-Reihengrab für die Dauer von 25 Jahren (einschl. Bestattung) steigen von 2.005 Euro auf 2.194 Euro (plus neun Prozent).
Die Kosten für die günstigste aller Bestattungsarten, nämlich die anonyme Urnensammelbeisetzung auf 20 Jahre (einschl. Bestattung) bleiben unverändert bei 205 Euro.
Am häufigsten werde die Beisetzung im Urnengrab gewählt, so ESO-Geschäftsführer Peter Walther. An zweiter Stelle stehe die Bestattung im Erdgrab, wobei der Trend angesichts der Kosten und des hohen Pflegeaufwands rückläufig sei.
Anbieten will die ESO künftig neue Bestattungsformen, wie beispielsweise die naturnahe Urnen-Beisetzung unter einem Baum. Sofern der Baumbestand dies zulässt, soll diese Möglichkeit auf allen fünf Offenbacher Friedhöfen eingeführt werden. Familien können auch einen Baum mit mehreren Urnengrabstellen für sich beanspruchen. Eine Urnenbaum-Bestattung auf 25 Jahre soll künftig 620 Euro kosten, wobei eine Verlängerung nicht möglich ist. Ein Familienurnenbaum auf 30 Jahre kostet 4.650 Euro. Für jedes weitere Jahr werden 155 Euro berechnet.
Die ESO will außerdem dem Bedürfnis Rechnung tragen, dass manche Angehörige sich nicht sofort von der Urne trennen möchten. Auf dem neuen Friedhof will man einen bisher ungenutzten Torbogen zum Schmuckurnen-Kolumbarium umbauen. Urnen werden dort sichtbar hinter Glas aufbewahrt und können auf Wunsch herausgenommen werden. Die Kosten für die Urnenaufbewahrung in einer solchen Nische für die Dauer von 30 Jahren werden künftig 1.396 Euro betragen.
Neu ist auch die Möglichkeit der Beisetzung auf einem Urnen-Rasen. Eine dezente Grabplatte, die kaum größer ist als 50 x 50 Zentimeter, enthält die Daten des Verstorbenen. Eine solche Grabstätte kostet für die Dauer von 30 Jahren 1.080 Euro. Jedes weitere Jahr kostet 36 Euro.
Auf Anregung der Politik wird es außerdem eine Mauer des Gedenkens geben, wo Verstorbene, deren Grabstätte eingeebnet wurde, weiterhin namentlich aufgeführt werden.
Die Kalkulation, die der Berechnung der neuen Friedhofsgebühren zugrunde liegt, berücksichtigt übrigens nur die Kosten im Bestattungswesen. Die Erweiterung der Friedhöfe in den Stadtteilen wird nicht über Gebühren finanziert. Quelle:Offenbachonline.com |