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Domina verklagt vertragsbrüchigen "Geldsklaven" aus Offenbach PDF Print E-mail
Written by Doreen Keck   
Friday, 08 February 2008

Domina verklagt vertragsbrüchigen "Geldsklaven" aus Offenbach


Eine "Geldlady" aus Ludwigsburg verklagt ihren "Moneyslave" aus Offenbach. Oliver M. habe sich vertraglich verpflichtet, ihr monatlich 500 Euro zu überweisen, sagt die Domina aus dem Internet. Was sie ihm dafür bietet? Gar nichts, so sieht es die bizarre Vereinbarung zwischen Herrin und Kunden vor.

"Blackmail - der Vertrag für geborene Opfer" heißt das aparte Geschäftsmodell. Dieser Tage standen sich die durch einen Rechtsanwalt vertretene Dienstleisterin und der Offenbacher Kunde vorm Ludwigsburger Amtsgericht gegenüber. Oliver M. sei mit den monatlichen Zahlungen massiv im Rückstand. Nach Angaben der Geschäftsfrau Daniela D., die in Ludwigsburg eine Agentur betreibt, schuldet er ihr mittlerweile 12 000 Euro. So viel fordert sie in der Klage allerdings nicht ein, sondern 750 Euro.


Daniela D. verlangt bloß eine Teilzahlung, weil sie weiterhin den Namen und ein Foto des Offenbachers veröffentlichen will. Auf der Drohung, Opfer, die sich ihr freiwillig ausliefern, im Internet an den Pranger zu stellen, fußt das bizarre Konzept. Mit jeder ausbleibenden Rate verrät sie der Internet-Öffentlichkeit etwas mehr über ihre Kunden: Erst Vorname und Wohnort, dann den ganzen Namen, dann die komplette Adresse. Schließlich stellt sie auch noch ein Foto ins Netz. "Alles bleibt veröffentlicht, bis die befreiende Strafzahlung erfolgt, die natürlich jeden Monat höher wird. Zusätzlich muss der Tribut laufend erbracht werden." So steht es in den "Vertragsstrafen". Aktuell stellt die Seite "Blackmail - Der Knebelvertrag für Geldsklaven" drei Männer mit den kompletten Daten öffentlich zur Schau. Das ist vermutlich der sadistische Akt, der Masochisten animieren soll, sich der "Geldherrin" ebenfalls zu unterwerfen. Warum sie das tun sollten, verrät die Seite ebenfalls: "Weil du es liebst, dich auszuliefern", "Weil es erotisch ist, in der Hand einer dominanten Frau zu sein." So lauten zwei der sechs genannten Motive.

Für wie viele Männer das Grund genug ist, einer Unbekannten Geld zu überweisen, war bei der Gerichtsverhandlung nicht zu erfahren. Unklar ist auch, wie viel der Offenbacher bereits bezahlt hat. Oliver M. berichtete lediglich, dass er wegen der peinlichen Veröffentlichungen im Internet unterdessen seinen Arbeitsplatz verloren habe.

Der Ludwigsburger Amtsrichter Gerhard Haug vertrat die Einschätzung, die Verträge zwischen der Domina und ihren Geldsklaven seien ungültig, weil "sittenwidrig". Allerdings erklärte er sich für nicht zuständig und verwies das Verfahren ans Offenbacher Amtsgericht. Wann es dort verhandelt wird, steht noch nicht fest.

Derweil setzte der Ludwigsburger Richter schon einmal die in Sado-Maso-Kreisen üblichen Mechanismen außer Kraft, indem er die Domina bestrafte: Er verhängte ein Ordnungsgeld, weil sie entgegen der Anordnung nicht persönlich erschienen war.

 

Quelle: Offenbachonline.de

Last Updated ( Friday, 08 February 2008 )
 
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