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Bieber. "Das Jahr 2007 wird uns allen nachhaltig in Erinnerung bleiben. Dabei deutete noch Anfang 2007 nichts darauf hin, dass das Jahr mit den Schlagwörtern 'Subprime-Kreditkrise und anhaltend flache Zinsstruk-turkurve' in die Geschichtsbücher eingehen wird", berichtete Vorstandsmitglied Karlo Uhlein von der Raiffeisenbank Bieber bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen des vergangenen Jahres. Mit Gelassenheit stellte er zufrieden fest, dass diese Problemkreise sowie die jüngst zusätzlichen Börsenturbulenzen an der Raiffeisenbank nahezu geräuschlos vorbeiziehen. "Die Globalisierung führt dazu, dass die Übertreibungen der Märkte immer größer ausfallen. Was bei der Verbriefung von Risiken als schicker Modetrend anfängt, wird schnell zu einer Flutwelle. Risiken kann man eben nicht weg strukturieren, sondern nur umverteilen", so Uhlein.
Der Jahresüberschuss erlaube eine unveränderte Dividendenzahlung von 7,7 Prozent. Beim operativen Geschäft müsse sich die Raiffeisenbank Bieber weiter umstellen. Denn eine Haupteinnahmequelle werde zunehmend unrentabler. "Früher konnte die Bank Geld damit verdienen, dass sie kurzfristige Einlagen der Kunden selbst langfristig und höher verzinst anlegte. Seit sich die Zinssätze für kurz- und langfristige Anlagen angenähert haben, gehen hier die Einkünfte zurück", so Uhlein. Zusätzlich drücke der Wettbewerb auf die Margen. Mit Blick auf die flache, teilweise inverse Zinsstruktur, bei der kurzfristige Zinsen höher sind als langfristige, sei eine Steigerung des Ergebnisses nicht so einfach.
Sein Haus hat mit knapp 6 900 Kunden im Geschäftsjahr 2007 bei einer Bilanzsumme von 98,6 Millionen Euro die Kundenforderungen mit nahezu 60 Millionen Euro stabil halten können.
Trotz des verstärkten Wettbewerbs sei es der Raiffeisenbank gelungen, das Kreditvolumen zu halten, ohne von dem hohen Qualitätsniveau mit strengen Bonitätsanforderungen und bewährten Risikostandards abzuweichen. Zudem seien weitere 1,5 Millionen Euro Kreditvolumina an die Verbundpartner vermittelt worden. "Zu unserem Vorteil nutzen wir die Tatsache, dass unser gesamtes Kreditgeschäft aus Kundeneinlagen refinanziert wird", sagte Uhlein. Des weiteren unterstrich er, es gäbe keine Kreditklemme.
Bei den bilanzwirksamen Kundeneinlagen unterstrich Uhlein trotz eines Rückganges um 5,3 Millionen Euro das im Verbandsvergleich nach wie vor überdurchschnittlich hohe Niveau mit einem Volumen von 88,6 Millionen Euro. Festzustellen sei hier, dass die privaten Anleger ihr Geld massiv aus Investments mit Börsenrisiko abgezogen und es in so genannte Sicherheitsprodukte wie Tages- und Festgeld gesteckt haben. "Erkennbar mehr Privatkunden parken ihr Geld", sagt Uhlein.
Die von der Raiffeisenbank Bieber betreuten außerbilanziellen Kundeneinlagen werden über die genossenschaftlichen Verbundpartner verwaltet. Dabei erhöhte sich das Bestandsvolumen aus dem traditionellen Depotgeschäft inklusive der Fondsbestände bei der Union Investment Servicebank um 1,4 Millionen Euro oder 6,3 Prozent. Die unverändert wichtigste Ertragsquelle, der Zins-überschuss als dominierender Ertragsfaktor, war mit einen Rückgang von 8,4 Prozent spürbar weniger ergiebig als im Vorjahr.
Der Provisionsüberschuss liegt mit 560 000 Euro auf Vorjahresniveau. Uhlein verwies darauf, dass seine Bank das Wertpapiergeschäft weiter ausbauen werde und auf den steigenden Beratungsbedarf der Kunden mit einer Ausweitung des Angebotes reagiert habe,.
Die innere Substanz der Bank mit Blick auf die Eigenkapitalquote habe sich von 7,8 auf 8,4 Prozent weiter erhöht. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bernd Teuber, der zum Jahresbeginn sein 50. Arbeitsjubiläum feiern durfte, erwartet Uhlein für das Geschäftsjahr ein schwächeres Wirtschaftswachstum: "Die Zinsmargen bleiben unter Druck, zudem behalten wir die steigende Zahl von Privatinsolvenzen im Auge."
Anziehen soll 2008 das Provisionsgeschäft der Raiffeisenbank. Hierzu wird ein kräftiges Jahresendgeschäft mit Wertpapierprodukten vor Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 beitragen. Quelle: Offenbachonline.de
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