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Rosen-Razzia auf Rhein-Main PDF Print E-mail
Written by Doreen Keck   
Wednesday, 13 February 2008
Frankfurt. Morgen, am Valentinstag ist sie als Symbol der Liebe begehrt wie nie: Die Rose. Das weltweite Geschäft mit Blumen ist längst ein hart umkämpfter Markt, in dem es um Milliarden geht. Und bei Geld hört die Liebe bekanntermaßen auf. Der Frankfurter Flughafen war in der vergangenen Woche Schauplatz der ersten Rosen-Razzia auf deutschem Boden. Auf Druck deutscher und niederländischer Züchter hat die EU-Kommission Fälschern von Markenblumen den Kampf angesagt. Denn zunehmend gelangen Nachahmungen exklusiver Rosenzüchtungen auf den deutschen Markt. „Diesen angeblichen Luxusblumen fallen dann nach einem Tag die Blätter ab oder sie lassen den versprochenen Duft des Originals vermissen“, sagt Christine Kolodzeiski vom Zollamt am Frankfurter Flughafen.

Bundesweit werden Jahr für Jahr Schnittblumen im Wert von über drei Milliarden Euro verkauft. Das, was bei den Floristen über die Ladentheke geht, stammt dabei immer mehr aus Afrika und Südamerika. So kommt schon heute fast jede dritte Rose, die hierzulande verkauft wird, aus Anbaugebieten im kenianischen Hochland. Von dort tritt die weltweit mit Abstand begehrtesten Blume (siehe Grafik) eine tausende Kilometer lange Reise an. Damit sie diese unbeschadet übersteht, wird ein beträchtlicher Aufwand betrieben. „Der Blumenhandel ist Teil eines weltumspannenden, eng verzahnten Logistiknetzes“, sagt Cornelius Wendel, Geschäftsführer des Verbandes des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels (BGI).


Jüngst kam es bei Lieferungen zum Valentinstag allerdings zu Verzögerungen. Die waren laut Wendel jedoch nicht auf die Unruhen in Kenia zurückzuführen. „Dort läuft die Produktion wieder auf Hochtouren.“ Die Verspätungen seien vielmehr den chaotischen Wetterverhältnisse der letzten Wochen in China geschuldet. „Die massiven Schneefälle haben das ausgeklügelte Umflugsystem der Frachtlinien, das von Europa über China, Afrika und zurück nach Europa führt, durcheinandergewirbelt“, sagt Wendel. Das zeigt, wie globalisiert der Blumen-Markt mittlerweile ist.


Obgleich in Kenia bereits zehn Prozent der Bevölkerung vom Massenanbau der Exportpflanzen lebt und die Ausfuhr von Blumen nach dem Tourismus die zweitgrößte Einnahmequelle des Landes darstellt, machen die Zuchtbetriebe und Blumengroßhändler in Europa das größte Geschäft. Die Floristen hierzulande klagen hingegen über gestiegene Konkurrenz. „Wir stehen im Wettbewerb mit Tankstellen, Supermärkten und fliegenden Händlern“, sagt Ulrike Linn, Geschäftsführerin des in Frankfurt ansässigen Landesverbandes des Fachverbandes Deutscher Floristen.


Während Supermärkte und Tankstellen in erster Linie Massenware beziehen, bieten Floristen auch exklusivere Züchtungen an. Gerade aus Brasilien kommen in letzter Zeit außergewöhnliche Kreationen. Doch die Rosen mit den bis zu 1,20 Meter langen Stielen und handtellergroßen Blüten haben ihren Preis. Deshalb reagieren Züchter allergisch auf jede Form von Plagiaten.


Bei der Rosen-Razzia-Premiere am Frankfurter Flughafen beanstandeten die Kontrolleure jetzt gleich mehrere Lieferungen. Einige tausend Exemplare wurden vorsorglich beschlagnahmt. Auch wenn die wahre Liebe sicher auch falsche Rosen zum Valentinstag verzeihen wird.

 

Quelle: Rhein-Main.net 

 
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