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Züge rollen bald bis nach China PDF Print E-mail
Written by Doreen Keck   
Sunday, 12 August 2007
Die Wirtschaft in China boomt schon seit einigen Jahren und auch die deutschen Unternehmen engagieren sich verstärkt in dem Riesenreich. Der Weg nach China ist weit und somit entstehen hohe Transportkosten.
Die Offenbacher TRANSA Spedition GmbH, ein Tochterunternehmen der DB Logistics, will eine regelmäßige Bahnverbindung zwischen Deutschland und China aufbauen, wie ihr Marketingleiter Lars Lehmann unserer Zeitung sagt. Der Vorteil: Ein Zug ist schneller als das Schiff und wesentlich billiger als das Flugzeug. "Wir haben sehr viele Anfragen", berichtet Lehmann, "aus allen Branchen." Ein Versuch für das Vorhaben läuft: Vier Container eines Industriekonzerns aus Süddeutschland sind kürzlich verladen worden und rollen von China Richtung Deutschland. Für TRANSA ist es der zweite Anlauf. "Vor zwei Jahren haben wir das Projekt angeschoben", erklärt Lehmann. Damals habe das Unternehmen mit Partnern aus der Mongolei, China, Russland, Weißrussland und Polen zusammengearbeitet. Aus Huhot in der Inneren Mongolei sei ein Zug mit 120 Containern befüllt mit Kokskohle nach Duisburg gerollt. Kleinere Herausforderungen konnten gestemmt werden: Da die Breiten der Gleise zweimal wechselten, mussten die Behälter umgeladen werden.

Insgesamt acht Züge legten die etwa 10 000 Kilometer lange Strecke über die transsibirische Eisenbahn zurück. Einmal habe der Transport nur zwölf Tage gedauert, so Lehmann. Ein Schiff brauche bis nach China vier bis sechs Wochen. "Im Prinzip hat alles sehr gut geklappt", erläutert der Marketingexperte. Es habe allerdings "politische Hemmnisse" gegeben, da sich verschiedene am Transport beteiligte Parteien nicht über Zollfragen einigen konnten.

Doch für TRANSA ist die Route wichtig, deshalb hat die Firma den Schritt erneut gewagt - diesmal wird eine alternative Strecke befahren, da die Kunden Zuverlässigkeit fordern. Um Problemen aus dem Weg zu räumen, habe man die "guten Kontakte zu Bahnen" in den osteuropäischen Ländern genutzt. Für den Logistikspezialisten hat eine Verbindung von Westeuropa nach China einen "sehr hohen Stellenwert", erläutert Lehmann.

Bei der Realisierung des Vorhabens profitiert TRANSA von Erfahrungen aus dem Osten. Schließlich verdient die Firma ihr Geld mit Transporten auf Schiene und Straße in West- und Osteuropa. Etwa 360 Mitarbeiter haben 2006 einen Umsatz in Höhe von mehr als 324 Millionen Euro erwirtschaftet. Zwölf Niederlassungen, rund 60 Geschäftsstellen und acht Lager sind über Deutschland verteilt. Die Zentrale ist in Offenbach beheimatet. Befördert würden Konsumgüter, Papier und Druckerzeugnisse, Stahl, Maschinenteile, aber auch schon mal Dampflokomotiven, Hubschrauber und Flugzeuge, sagt Lehmann. Dafür setzt TRANSA unter anderem mehr als 400 Sattelanhänger ein, die von Lkw gezogen werden, die unabhängigen Unternehmen gehören.

Quelle: Offenbach Post Online
 
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