Über Rodgau
Rodgau ist eine hessische Stadt aus dem Kreis Offenbach, die sich aus fünf zusammen geschlossenen Gemeinden zusammensetzt. Sie zählt über 45.000 Einwohner und ist damit die größte Kommune des Landkreises. WappenDas Wappen der Stadt Rodgau „zeigt in Blau und in Rot einen gewellten silbernen Schräglingsbalken, belegt mit fünf Sternen, begleitet oben rechts von einer silbernen Rose mit silbernen Kelchblättern, diese belegt mit einem roten Herzen, dem ein schwarzes Kreuz aufliegt (Lutherrose), unten links von einem sechsspeichigen silbernen (Mainzer) Rad“. (Zitat Wikipedia.de)
Der silberne Schrägbalken, der das Wappen in zwei Hälfen teilt, symbolisiert die Rodau, die die Stadt durchfließt. Die fünf Sterne stehen für die fünf Stadtteile Rodgaus. Die Lutherrose in der linken oberen Ecke erinnert an die evangelische Enklave Dudenhofen inmitten der katholischen Nachbargemeinden. Das sechsspeichige Rad in der rechten Ecke lehnt an die territorialherrlichen Rechte der Kurmainz in allen Stadtteilen an. LageRodgau befindet sich im Rhein-Main-Gebiet in Hessen, einem der wirtschaftlich stärksten Gebiete in Deutschland. Es liegt zudem an der Untermainebene, dem nördlichen Ausläufer der Oberrheinischen Tiefebene. Rodgau liegt nur unweit von der bayrischen Grenze entfernt. Der Fluß Rodau fließt mit einer Länge von etwa 15 Kilometern durch das gesamte Stadtgebiet Rodgaus.
Im Norden grenzt Rodgau an die Städte Obertshausen und Heusenstamm. Im Osten grenzt es an die Gemeinde Hainburg und Seligenstadt. Im Süd-Osten grenzt Rodgau an die Stadt Babenhausen und an Eppertshausen. Im Süd-Westen findest sich die Stadt Rödermark und im Westen Dietzenbach wieder. SehenswertesVor allem in der Altstadt sind die frisch restaurierten Fachwerkgebäude sehr sehenswert. Die fünf Dorfkirchen aus dem 13. bis 19. Jahrhundert sind noch heute in den alten Ortskernen vorhanden und zu bewundern. Zahlreiche künstlerisch gestaltete Skulpturen und Brunnen prägen das Stadtbild. Auch Straßenfeste finden hier Einkehr. StadtteileRodgau setzt sich aus insgesamt fünf Stadtteilen zusammen.
Dudenhofen
Dudenhofen wurde nach der Reichsteilung von 561 gegründet. Der Ortsname lässt sich vom Namen „Tuoto“ oder „Dodo“ ableiten. Erstmals erwähnt wurde der Oder erst im Jahre 1278 in einem Vergleich des Erzbischofs Werner von Mainz mit den Herren von Eppstein. Über lange Zeit hinweg gehörte das Dorf mehreren Besitzern zugleich. Von 1450 bis 1736 gehörte der Ort der Grafschaft Hanau und unterstand dem Amt Babenhausen. Dadurch bildete Dudenhofen ab 1550 eine evangelische Enklave inmitten der katholischen Nachbargemeinden.
1771 wurde Dudenhofen der Landgrafschaft Hessen zugeteilt, was auch das Wappen über dem Haupteingang der barocken evangelischen Kirche erklärt. 1811 wurde Dudenhofen in das Großherzogtum Hessen aufgenommen, und im Jahre 1896 wurde die Rodgaubahn mit einem Bahnhof in Dudenhofen eröffnet.
Einwohnerentwicklung
1622 – 275 Einwohner 1631 – 26 1834 – 1.139 1939 – 2.120 1970 – 4.628 2006 – ca. 8.000
Hainhausen
Der kleinste Stadtteil Rodgaus, Hainhausen, wurde bereits im Jahre 1108 als Standort einer Wasserburg der Herren von Hagenhausen urkundlich als „Haginhusen“ erwähnt. Noch heute befindet sich eine Ruine unter der Wiese an der heutigen Burgstraße, nahe der Rodau. Im 13. Jahrhundert haben die Eppsteiner die Herrschaft über Hainhausen. Im Jahre 1425 wurde der Ort von den Herren von Eppstein an Kurmainz verkauft.
Der Dreißigjährige Krieg und die Pest setzten den Bewohnern des Ortes so zu, dass sie den Pest-Patron um Hilfe anflehten. Noch heute wird das Ende der Epidemie am 16. August gefeiert. Dazu wird die neu errichtete Rochus-Kirche genutzt. Nach der Säkularisation von Kurmainz 1803 fiel Hainhausen an Hessen.
Einwohnerentwicklung
1834 – 341 Einwohner 1939 – 835 Einwohner 1970 – 2.051 Einwohner
Jügesheim
Nachdem der Ort mit dem Namen „Haufendorf“ in der Nähe der alten Römerstraßen im Waldgebiet des Maingaues gegründet wurde, wurde er im Jahre 1261 erstmals als „Guginsheim“ urkundlich erwähnt. Ein Vogt namens „Gugin“ oder „Guginhart“ von Karl dem Großen soll den Namen erklären. Im Laufe der Zeit wurden die verschiedensten Namen verwendet. Noch heute wird Jügesheim umgangssprachlich „Gießem“ genannt. Die Wälder um Jügesheim gehörten dem Wildbann Dreieich an, und in Jügesheim befand sich eine der 30 Wildhuben. 1425 wird Jügesheim von seinen Besitzern, den Herren von Eppstein an den Kurfürsten und Erzbischof von Mainz verkauft.
Durch den Dreißigjährigen Krieg erlitt die Gemeinde schwere Verluste, von denen sie sich erst ab dem 17. Jahrhundert wieder erholen konnte. Mit der Zeit erholte sich der Ort, und neben den bäuerlichen Haushalten entwickelte sich das Leder-Handwerk. Anfang des 18. Jahrhunderts kam Jügesheim an Hessen und 1896 wurde der Bahnhof mit der Rodgaubahn eröffnet.
Noch heute befindet sich im Norden von Jügesheim der insgesamt 43,5 Meter hohe Wasserturm. Im Jahre 1936 war die Grundsteinlegung, 1937 war das Richtfest, und 1938 wurde er feierlich eingeweiht. Der Turm wurde im Jahre 1979 stillgelegt. Er gilt als eine Art Wahrzeichen von Jügesheim und Rodgau.
Einwohnerentwicklung
1681 – 121 Einwohner 1834 – 1.071 Einwohner 1939 – 3.174 Einwohner 1970 – 7.673 Einwohner
Nieder-Roden
Nieder-Roden ist heue der größte Stadtteil Rodgaus. Erstmals wurde der Ort im Jahre 786, bei einer Vermachung an das Kloster Lorsch urkundlich erwähnt. Der Name könnte auf eine „Siedlung auf einer gerodeten Aue“ zurückgehen. Die umliegenden Wälder gehörten im Mittelalter zum Wildbann Dreieich, und in Nieder-Roden befand sich eine der 30 Wildhuben.
791 wurde Nieder-Roden dem Kloster Lorsch geschenkt, und 1346 wurde das Dorf selbstständige Pfarrei. Die Herren von Eppstein hatten den Besitz über das Dorf bis 1425. Danach gehörte der Ort bis 1803 zum Erzbistum und Kurfürstentum Mainz. Er war als Mittelpunkt einer Zent und als Sitz eines Zentgerichtes von großer Bedeutung.
Ab 1803 gehörte Nieder-Roden zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, und später zum Großherzogtum Hessen. 1818 erhielt Nieder-Roden seinen Anteil Wald bei der Aufteilung der Rödermark, und 1832 kam Nieber-Roden zum Kreis Offenbach hinzu. Ab 1874 gehörte der Ort dann dem Kreis Dieburg bis 1977 an. Der Bahnhof wurde 1896 eröffnet.
In der heutigen Siedlung Rollwald entstand während des Zweiten Weltkrieges ein Straf- und Gefangenenlager „Lager Rollwald“. 1977 wurde Rodgau dem Kreis Offenbach zugeteilt.
Einwohnerentwicklung
1681 – 117 Einwohner 1829 – 787 Einwohner 1939 – 3.616 Einwohner 1970 – 11.033 Einwohner
Weiskirchen
Um die Peterskirche herum entstand in fränkischer Zeit eine kleine Siedlung mit dem Namen „Wichenkirchen“ oder „Wizzinkirchin“. 1287 wird das Dorf erstmals in einem Vergleich des Klosters Seligenstadt mit der Auheimer Mark erwähnt. 1425 wurde das Amt Steinheim mit Weiskirchen von den Landesherren von Eppstein an den Erzbischof und Kurfürsten von Mainz verkauft. 1786 erhielt das Dorf seinen Anteil Wald bei der Aufteilung der Auheimer Mark.
Hessisch wurde Weiskirchen erst im Jahre 1803, als es zusammen mit dem Amt Steinheim nach der Säkularisation an Hessen ging. Die Rodgaubahn wurde 1896 mit einem Bahnhof in Weiskirchen eröffnet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Dorf zu einer wahren Arbeitergemeinde, aus dem das bekannte Fachwerkdorf entstammt, von dem leider nicht mehr viel übrig geblieben ist.
Einwohnerentwicklung
1681 – 111 Einwohner 1834 – 655 Einwohner 1970 – 4.840 Einwohner 2006 – ca. 6000 Einwohner
Offizielle Webseite der Stadt Rodgau: www.rodgau.de
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