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Tierschutzorganisationen in Offenbach | Tierschutzverein Offenbach e.V. PDF Print E-mail
Written by Jonas Spiess   
Wednesday, 01 November 2006
Die Geschichte des Tierschutzvereines

Nach dem Krieg wurden herrenlose Tiere in Polizeirevieren in Zellen untergebracht, später dann wurden sie in den Schlachthof gebracht, wo sie nach kurzem Aufenthalt eingeschläfert wurden. 1955 baute die Stadt Offenbach dann einen Hundezwinger, der bis 1975 als Provisorium diente. Tierfreunde lieferten warme Decken im Winter für die in ihren unzureichenden Holzkäfigen frierenden Tiere.

Es gab für den Offenbacher Tierschutzverein unter Leitung seines ersten Vorsitzenden, Herrn Rudolf Dohn, einen langjährigen Kampf, der teilweise mit harten Bandagen ausgetragen werden mußte, aber die Mühe hat sich gelohnt: 1975 konnte endlich das erste Tierheim der Stadt Offenbach in Betrieb genommen werden. Jetzt hatte man ein stabiles Gebäude mit sauberen Boxen und Auslaufmöglichkeiten für die herrenlosen Tiere, mit sanitären Einrichtungen und Futterräumen.

Dank des Einsatzes des Tierschutzvereines konnte ein Großteil der benötigten Finanzmittel durch Spenden aufgebracht werden und einen Teil gab das Land Hessen dazu, so daß die Stadt nicht mehr allzuviel zuschießen mußte.

Das neue Tierheim umfaßte nun zwei Trakte, in denen Tiere untergebracht werden konnten mit insgesamt 27 Innen- und dazugehörigen Außenboxen, sowie zwei Katzen-Großboxen.

Ein Arztraum, ein Büro, eine Küche und ein Futterraum komplettierten den Bau. Die testamentarische Vorgabe eines Spenders veranlaßte noch die Einrichtung eines Großkäfigs. Ein Fall - ein paar Jahre vor dem Bau des Tierheims - bestärkte Herrn Dohn darin, daß dieser Großkäfig dringend gebracht wird. So gab es am Güterbahnhof einen herrenlosen herumstehenden Elefanten eines Zirkus, der nur mit Mühe untergebracht werden konnte. Später dann war es eine trächtige Eselin. Entlaufene Pferde und ähnliche Großtiere können nun - wie herrenlose Hunde und Katzen - im Tierheim Offenbach untergebracht werden.

Aus Anlaß der Tierheimpremiere würdigte der Landestierschutz- verein Hessen den 1. Vorsitzenden des Offenbacher Tierschutzvereines, Herrn Rudolf Dohn, seine in der Tierpflege ebenfalls aktive Gattin und den 2. Vorsitzenden, Herrn Johann Fehser, mit dem silbernen Ehrenzeichen.

Zu Ehren seines Einsatzes wurde das Tierheim "Rudolf-Dohn-Tierheim" genannt.
 
 
Die Arbeit des Tierschutzvereines

Mieter, die mit ihrem Vermieter Probleme wegen ihres Haustieres haben, wenden sich oft an den Tierschutzverein. Meist sind es Probleme mit Hunden. Der Tierschutzverein kann jedoch nicht weiterhelfen, wenn im Mietvertrag ausdrücklich die Tierhaltung untersagt wird oder eine Genehmigung nur nach Rückfrage erteilt werden kann. Unterbleibt eine solche Rückfrage und ein Tier wird einfach angeschafft, ist es das Recht des Vermieters, auf Abschaffung des Haustieres zu bestehen.

Das Jahr 1987 war das Geburtsjahr der Vereinszeitschrift "Animal-News". Alle drei Monate wird hier über Vorkommnisse berichtet, die sich im Tierheim zutragen. So z. B. geht es um Tiere, die vor dem Tierheim ausgesetzt bzw. einfach über den Zaun geworfen werden. Viel weniger erfreuliches, aber zum Glück auch viel schönes wird hier den Mitgliedern des Tierschutzvereins Offenbach e. V. und vielen Interessenten zur Kenntnis gegeben. Über eine Hündin, die "samt Inhalt" - sprich fünf Welpen - ins Tierheim kam, sowie über Katzen, die kurz nach Einlieferung ins Tierheim ihre Babys zur Welt bringen, wird genauso berichtet, wie über einen Hund, der aus einer Mülltonne gezogen wurde oder eine zugelaufene Schildkröte. 49 Ratten auf einen Schlag aus einer kleinen Wohnung machen hier keine Ausnahme. In jeder Ausgabe der AN findet sich auch eine Auflistung über den Durchlauf im Tierheim des jeweils zurückliegenden Quartals, d. h. jeder, der sich dafür interessiert, kann hier ablesen, wieviele Tiere - aufgeteilt nach Hunden, Katzen und Kleintieren - gefunden, abgegeben oder ausgesetzt, an den Eigentümer zurückgegeben oder vermittelt wurden. Die in dieser Tabelle vorhandenen Zahlen über Pflegetiere geben Aufschluß darüber, wie stark das Tierheim für Hunde, Katzen und Kleintiere als Pflegestelle, sprich Tierhotel frequentiert wird. Animal News hat bis heute immer wieder neue und interessierte Leser gefunden, die es kaum erwarten können, bis es die nächste Ausgabe gibt. Die Redaktion und rasende Reporter "Lord Hannibal" und "Eulalia" danken hierfür recht herzlich.

Seit dem 01. November 1993 bietet der Tierschutzverein Offenbach e. V. die Möglichkeit, eine Patenschaft für die Bewohner des Tierheimes Offenbach zu übernehmen. D. h. im Kartext: Interessenten können mit einem ihnen überlassenen monatlichen Betrag ab 10,00 € die Pflege, Unterbringung und ärztliche Versorgung eines Tieres - egal ob Katze oder Hund - unterstützen.
Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß weder den Paten noch dem Tierschutzverein daraus irgendwelche Verpflichtungen entstehen. Die Patenschaft bezieht sich nur auf eine finanzielle Unterstützung. Allerdings können die Paten während der Öffnungszeiten des Tierheimes das von ihnen unterstützte Tier in Augenschein nehmen. Außerdem erhalten sie bei Übernahme einer Patenschaft eine Patenschaftsurkunde incl. eines Bildes ihres "Patenkindes". Wenn das unterstützte Tier das Tierheim verläßt, erhalten die Paten umgehend Nachricht und haben dann die Möglichkeit, eine weitere Patenschaft zu übernehmen. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden bereits über 150 solcher Urkunden ausgestellt.

Immer wieder gab es Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Offenbach, ob ihnen der Tierschutzverein "aus der Klemme" helfen kann. Gemeint sind hier Hilferufe von meist älteren Leuten, die für ihren Liebling - einen Hund oder eine Katze - eine ärztliche Verordnung finanziell nicht aufbringen können. Der Tierschutzverein Offenbach e. V. hat deshalb das Sonderkonto "TINO Tier In Not" ins Leben gerufen.

Der Tierschutzverein Offenbach e. V. ist bemüht, Tieren zu helfen, deren Besitzer aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage sind, notwendige medizinische Maßnahmen, die über die Kosten einer Impfung oder eines Medikamentes weit hinausgehen, durchführen zu lassen. Wir möchten zum Wohle des Tieres - in Härtefällen (wird überprüft!) - einspringen, damit die Gesunderhaltung des Tieres gewährleistet werden kann.

Eine regelmäßige Arbeit des Tierschutzvereines und der Mitarbeiter des Tierheimes sind die Tierhalterkontrollen. Das bedeutet, daß die Leute, die sich ein Tier im Tierheim Offenbach geholt haben, einige Zeit später irgendwann ohne Vorankündigung Besuch bekommen. Hier wird nun überprüft, ob das Tier ordnungsgemäß gehalten und gepflegt wird. Ist dies nicht der Fall, geht das Tier wieder in den Besitz des Tierheimes über. Viele neue Hundebesitzer kommen auch gerne einmal mit ihrem Liebling ins Tierheim vorbei - einfach um zu zeigen, wie gut es dem Hund geht. Die Mitarbeiter im Tierheim freuen sich immer wieder, ehemalige Tierheimbewohner zu sehen. Auch die Hunde sind einer solchen Begegnung nicht abgeneigt. Groß ist immer die Freude, wenn sie die Tierheimleiterin, Frau Lincke, begrüßen können - groß ist aber auch die Freude, wenn sie mit ihrem neuen Herrchen/Frauchen wieder gehen können.

Auch Bildgrüße eines ehemaligen Tierheimbewohners in seiner neuen Umgebung zeigen oft, wie wohl sich das Tier fühlt - und die Tierheimmitarbeiter freut es. Es ist immer schön zu sehen, was aus den Tieren geworden ist, die einmal im Tierheim Offenbach auf eine bessere Zukunft gewartet haben.

Einmal im Jahr hat das Tierheim Offenbach einen Tag der offenen Tür. Hier können sich Tierinteressenten und Tierfreunde in aller Ruhe umsehen. Eine Tiervermittlung wird jedoch auf die darauffolgende Woche verschoben, damit sich die Interessenten nicht spontan entscheiden, sondern von ihrem Vorhaben auch überzeugt sind. Sich ein Tier anzuschaffen bedarf vieler Voraussetzungen: habe ich genügend Zeit für das Tier, ist die Familie damit einverstanden, was ist im Urlaub bzw. bei Krankheit, habe ich das Geld für die regelmäßigen Kosten wie Futter und Tierarzt usw.? Eine spontane Entscheidung kann diese Fragen nicht berücksichtigen, die Anschaffung eines Tieres bedeutet Verantwortung.

Im Jahre 1997 gab es keinen "Tag der offenen Tür", dafür aber viele Basare, die auch großen Zuspruch fanden. Auch in den kommenden Jahren sollen solche Basare oder auch Flohmärkte zum Standard des Tierheimes und der finanziellen Unterstüzung gehören. Bei all diesen Veranstaltungen ist für das Wohl der Besucher bestens gesorgt, egal ob Kuchen oder Bratwurst, Kaffee oder kalte Getränke. Die Einnahmen kommen natürlich komplett den Tieren im Tierheim zu Gute.


Anschrift

Tierschutzverein Offenbach e. V.
Rheinstraße 2 A
63071 Offenbach (Main)

Telefon: 069 / 85 81 79
Telefax: 069 / 85 70 93 61

E-Mail: This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view it  
Last Updated ( Wednesday, 01 November 2006 )
 
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